Tag 23 – Dienstag :: einfach Ruhe. einfach normal.

Drei Blogartikel habe ich heute schon geschrieben. Alle habe ich wieder gelöscht. Ich habe sie nicht mal als Entwürfe gespeichert. Mein Kopf ist das reinste Kasperltheater. Er kommt so überhaupt nicht zur Ruhe.

Ich liege schon seit über einer Stunde auf dem Balkon auf meinen neuen Balkonmöbeln und schaue dem Himmel beim schwarzwerden zu. Endlich weht hin und wieder ein sanftes Lüftchen zu mir herüber. Ich bin müde und sollte schlafen gehen. Ich bin unzufrieden mit dem Bild, das ich begonnen habe zu malen (und das richtig gut war, bis ich dachte ich hätte noch eine Idee und es damit total versaut habe). Der Tinnitus brüllt mir laut in die Ohren und ich spüre tief in mir drin eine Traurigkeit, die ich nicht zuordnen kann. Es ist so eine tiefe Traurigkeit, weil so viele Gefühle in mir sind, die kein Ventil finden. Die hinaus wollen, aber eben nicht ziellos in die Welt, sondern gezielt auf etwas oder jemanden hin.

In den Zeiten, wenn die Kinder da sind, habe ich kaum Zugang zu diesen Gefühlen. jetzt spüre ich sie. Und lasse sie sein. Aber es wäre doch auch schön, wenn es mal einfach nur ruhig wäre. So richtig ruhig. In mir drin. Im Kopf. Im Herz. Gibt es das?

Ich habe heute eine unfassbar spannende Kolumne über ADHS gelesen. In der ging es auch um die Medikamente und ich habe zum ersten Mal den Wunsch verspürt, so etwas ausprobieren zu wollen. Weil ich wirklich gern mal wissen möchte, wie es sich in einem anderen Kopf, in einer anderen Welt anfühlt. Klarheit spüren, Stille, Fokus und irgendwas “Normales”. Heute fühle ich mich furchtbar unnormal.

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