Alleinsein

Eigentlich wollte ich wieder einen Mann an meiner Seite haben. Ein Jahr Singledasein war schön, richtig schön. Aber irgendwie - so dachte ich - wäre es an der Zeit. Ich hatte ein paar genaue Vorstellungen. Schön sollte er sein. Groß. Und vor allem richtig richtig lustig. Denn ohne Lachen ist die Welt ein fader Ort. 2023 begann und ich dachte es wäre ein guter Wunsch fürs neue Jahr. Und weil das Universum so vieles für mich schiebt und richtet, überließ ich ihm auch hier die Führung. Bestellte nur ein paar wesentliche Eckdaten und wollte die Augen öffnen. Draußen in der Welt.…

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Geerdet

Allein im Kino. Ich liebe das ja. Auf der Leinwand ein Film voller Berührung. Tränen. Und in mir drin dennoch das Gefühl von Glück. Das Alleinsein ist ein gutes Alleinsein. Ich genieße es. ich bin ruhig dabei. Still und klar wie ein Bergsee. Gestern war ich noch euphorisch. Die Phasen kommen und gehen. Mittlerweile kenne ich das und weiß, wenn eine kommt, dann geht sie auch wieder und wenn sie geht, dann kommt sie auch wieder. Und ich tauche durch alle durch. Kann sie erkennen, annehmen, mich darin wahrnehmen und einfach sein. Ich habe mich oft gefragt wie das wohl ist,…

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Rauhnächte und Wünsche

Es ist vollbracht. Jedes Jahr am 25. Dezember atme ich auf. Denn dann, wenn Weihnachten am Höchstpunkt ist, fällt alles von mir ab. Der Wahnsinn der vergangenen Wochen inklusive Advent, Nikolo, Weihnachtsgeheimniskrämerei. Dazu der alltägliche Alltag. Arbeit. Schularbeiten der Kinder. Die vielen lustigen und unvorhersehbaren Viren, die uns ungefragt alles über den Haufen werfen, was wir uns hier an Ordnung und System versuchen zu erhalten. Hinzu kam in diesem Jahr die Wohnungssanierung kurz vor Weihnachten, was zwei Umzüge ins zwei Monaten bedeutet hat. Dass ich noch aufrecht stehe und zu all dem noch lache und fröhlich bin, ist irgendwie ein Wunder.…

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Jugendliebe

Ich war sechs, als ich das erste Mal geküsst habe. Einen Jungen in meinem Kindergarten, wir waren befreundet und trafen uns auch nachmittags oft zum Spielen. "Los wir küssen uns. Mit Zunge!" rief er. Und dann heimlich streckten wir uns die Zungen entgegen. Ganz kurz nur, dann fanden wir das beide eklig. Ihm habe ich auch bewiesen, dass ich sehr wohl wie die Jungs im Stehen pinkeln kann. Im Wald haben wir das gemacht, wo wir oft gespielt haben nachmittags. Damals konnte ich das wirklich noch. Als dann die Schule anfing, verloren wir uns aus den Augen, wie das oft so…

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Vollmond – Loslassen oder Anhaftung lösen?

Heute ist Vollmond. Der Vollmond ist immer ein guter Moment im Mondzyklus um altes Loszulassen, zu reinigen, sich frei zu machen für diese neue Mondphase. Auch ich will heute einiges Loslassen. Vor allem im Zusammenhang mit meinen Erkenntnissen der letzten Tage und Wochen will ich meine Visionen und Vorstellungen, wie mein Leben aussehen sollte oder könnte, einfach mal komplett loslassen. Natürlich habe ich Wünsche oder Träume. Wer hat das nicht. Aber sie sind nicht sehr klar definiert. Sie sind vage, flexibel und frei. So wie auch ich sein will. Von manchen Träumen und Wünschen bin ich sogar überzeugt, dass sie sich…

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Aufhören zu wollen

Erfolg. Ein Ferienhaus im Grünen. Eine Wohnung in einer anderen Großstadt. Ein Auto. Oder gleich einen VW Bus. Reisen. Reichtum. Irgendwas davon wollte ich immer. Manchmal am liebsten alles auf einmal. Und dann zerfiel ich wieder, weil nichts davon auch nur annähernd möglich schien. Mein Unterbewusstsein habe ich infiltriert mit allen möglichen Visionen, war doch wieder nur verzweifelt, weil sich keine so richtig echt und nach mir anfühlte. "Du musst es fühlen!" sagen alle. Aber ich fühlte nichts. Ich fühlte mich nicht reich oder frei, schon gar nicht erfolgreich. Von der Dankbarkeit ganz zu schweigen. "Was stimmt mit mir nicht?" fragte…

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Ändern tut sich nix, oder?

Schon über einen Monat her, dass ich mir vorgenommen habe etwas zu ändern. was genau das war, konnte ich nicht so genau sagen. Aber ich wollte Veränderung. Brauchte Veränderung. Ich war mal wieder an dem Punkt, an dem ich einfach nur noch unzufrieden und frustriert durch den Tag schlurfte. Drei Tage lang habe ich versucht den Progress zu verbloggen, aber das wurde mir bald zu viel. Und dann kam das Retreat dazwischen. Stilleretreat. Schweigen. Kein Buch. Kein Internet. Kein Handy. Kein Stift. Kein Papier. Nur meine Gedanken und ich. Vorzugsweise sogar ohne Gedanken, aber das funktionierte nur bedingt bis gar nicht.…

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Tag 40 :: Sommerlektürenglück

Es war nicht so leicht die Sommerlektüre für diesen Urlaub auszuwählen, weil sich so viele gute Bücher gerade daheim herumstapeln. Ich wählte das einzige Taschenbuch, weil es mir am leichtesten schien: "Der große Sommer" von Ewald Arenz. Und ich hoffte, dass es mich überzeugen und den Urlaub über unterhalten würde. Aber es überzeugte mich nicht nur. Es haute mich um. Noch im Nachtzug begann ich zu lesen und schon die erste Seite sog mich vollkommen ein, ich war sofort drin. In der Story, in der Atmosphäre, der Stimmung, die Ewald Arenz so unsagbar gut beschreiben kann. Ein Traum von einem Buch.…

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Tag 36 :: Ein Stein wie das Leben

Heute waren wir am Strand. Oh geliebte Ostsee. Es war richtig viel los, denn es war richtig viel heiß. Aber es war mir richtig richtig egal. Es war überall Sand. Auf unserer Decke. Auf meinem Handtuch. In unserer Strandmuschel. Auch das war mir richtig richtig egal. Das Wasser war so richtig angenehm kühl und natürlich fand ich das hervorragend. Was nicht fehlen durfte: Die Suche nach Hühnergöttern. Den wunderschönen wundersamen Feuersteinen mit Löchern darin. Auch wenn ich daheim schon zig davon habe, kann ich es nicht lassen, sie zu suchen, zu finden und zu sammeln. Immer wieder ließ ich meinen Blick…

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Tag 35 :: Meine Ostsee

Endlich angekommen. Im Nachtzug fast nichts geschlafen. Auf der Autobahn Richtung Ostsee sämtliche Nerven geschmissen (Wann gibt es endlich Tempolimit 100 für alle?? und warum haben so viele Menschen Bock drauf Ihr Leben auf einer Autobahn zu lassen???) Und dann, am Nachmittag, bei zarten 24Grad, ein bisschen Wind und Sonnenschein saß ich am Strand meiner geliebten Ostsee. Es ist jedes Mal wie ein bisschen Nach Hause kommen. Denn diese Ostsee, die gehört mir. Das ist ein Ort auf der Erde, der sich in mein Herz eingebrannt hat. Hier bin ich immer nur für mich. Hier spüre ich mich. Hier werde ich…

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